Traum ohne Stern

Herzlich Willkommen im Land der Nacht!

Falsch

Falsch ist das Leben,
richtig nur der Tod.
Innerlich in seiner Nähe.

Fett und träge
schleppt sich der Rest
an Leben durch.

Nichts geht mehr,
alles auf Ende gepolt
in diesem Loch.

Zum vergessen,
zum verlieren,
zu schade.

Wohin des Weges, Fremder?

Da taucht er einfach wieder auf – aus dem Nichts.
Mit nassen Schuhen, wirren Augen.
In der Ferne ein Rest Hoffnung.
Allzu fern.

“Lass ihn nur gehn, sonst frisst er dich!
Doch es ist Ostern, vergiss das nicht…”
Zu spät, schon geht er seiner Wege,
die wirr und zu verschlungen sind.

Jetzt stehst du hier und fragst dich noch:
Was für ein Mensch lässt einfach gehn?
Drauf gieß den Schnaps dir ein in Strömen.
Indes – der Regen fällt so schwer.

Neues Jahr

Welch Geschenk zum neuen Jahr! Oder ist es vielmehr Bürde, vielmehr überwunden geglaubte Last? Ein weiteres Mal die selben Dramen, die selben Ängste, die selben Achterbahnfahrten? Was auch immer sein mag, dieses Mal werde ich besser darauf vorbereitet sein. Geschichte wiederholt sich nicht, sie schreitet unaufhaltsam voran. Und in meiner Geschichte beginnt ein neues, hoffnungsvolles Kapitel.

Falsche Lyrik

Vermissen, welch ein garstig Gefühl / hielt ich dich nicht, als ob die Welt zerbärste?

Fern all Erinnerung, all Zwist, all unnötig Verwicklung / hast du sehn die Würfel fallen?

Versprechen voller Widrigkeiten, Liebe? Endlos Fragezeichen  / was bleibt nebst falsch Befehl?

Vergessen all die Nichtigkeit, all Schmerz und  jeder töricht Tand / nur leere Formeln falschen Seins.

Wie je sich wieder  fallen lassen? / wie je wagen neues Streben?

Ein Schatten, dunkel über mir / Hass? Nein, nur verzagte Trauer,

Nichts als Beständigkeit mich treibt / der Zweifel sei mein letzter Meister.

Vorweihnachtliches Wirrwar

Am Rande der viel zu vollgestopften Einkaufspassagen. den Bettlern und Weihnachtsliedern entfliehend, der Regen gegen meine Stirn mir klatscht. Recht einsam ist es hier unter all den Menschen, und auch zufällig erheischte Blicke oder Worte können nicht darüber hingwegtäuschen, dass uns mehr trennt als nur die volle Einkaufstüte.

Halluzinierend lag ich wach, schwitzte mir die Seele aus dem Leib und sah so mein Jahr vor meinem geistigen Auge. Und so sehr ich es auch versuche, ich kann mir ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen. Denn neben all den Verwerfungen überwiegt am Ende doch das Licht und das Wissen um die Lächerlichkeit der eigenen Unzulänglichkeiten.

Das Land redet über Fertighäuser und allzu gute Freundschaften. Nimm doch das letzte Stück vom Tablett und frage nicht. “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” Heute ist ein Déja-Vu. Was morgen sein wird, frag mich nicht! Und wenn die Welt unterginge, so bliebe am Ende doch immer noch die Gewissheit: Ich habe nichts verpasst.

Ein neuer Tag

Glaube an die Welt

Laß ab von diesem Zweifeln, Klauben,
vor dem das Beste selbst zerfällt,
und wahre dir den vollen Glauben
an diese Welt trotz dieser Welt.

Schau hin auf eines Weibes Züge,
das lächelnd auf den Säugling blickt,
und fühl’s: es ist nicht alles Lüge,
was uns das Leben bringt und schickt.

Und, Herze, willst du ganz genesen,
sei selber wahr, sei selber rein!
Was wir in Welt und Menschen lesen,
ist nur der eigene Widerschein.

Beutst du dem Geiste seine Nahrung,
so laß nicht darben sein Gemüt,
des Lebens höchste Offenbarung
doch immer aus dem Herzen blüht.

Ein Gruß aus frischer Knabenkehle,
ja mehr noch eines Kindes Lall’n
kann leuchtender in deine Seele
wie Weisheit aller Weisen fall’n.

Erst unter Kuß und Spiel und Scherzen
erkennst du ganz, was Leben heißt;
o lerne denken mit dem Herzen,
und lerne fühlen mit dem Geist.

(Theodor Fontane)

Jud Süß

Ein Klassiker des Propaganda- und Hetzfilms, den jeder gesehen haben sollte, der verstehen möchte, wie Hass gezielt geschürt und Verbrechen mittels Ideologie in Form von Unterhaltung geistig vorbereitet werden können:

Over and out

“Und nun?” fragt sich der faule Lenz. Wohin mit all dem törcht’gen Tand? Wie weit bringt dich dein Bücherschrank? Ich wünsche dir einen wohlwollenden Antiquar! Keinen Schritt bist du weiter, nicht ein Fußbreit der Zukunft entgegen. Das Ende einer Ära ist nur der Beginn einer langen, mühevollen Selbstausbeutung. Und glaube nicht, dass irgendjemand dir Türen öffnen wird, auf dich wartet, dir einen Platz frei hält, sich interessieren wird für deine Ängste & Sorgen, verständnisvoll sein wird. Es wird dich genau das erwarten, das du immer befürchtet hast: Die Realität!

Biegung am Fluss

Ein Schritt nur / Niemand sieht dich / Es geht immer weiter / Ein Anfang – kein Ende

Sieh nur wie sie glotzen / Doch keiner sieht ins Schwarz / Bleib liegen am Rand / Der Biegung des Flusses

Die Nacht nimmt kein Ende / Die Flüsse sie tanzen / Ein Leben am Abgrund / Geht seinen Weg

Dein Leben

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